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Pantheon in Rom – 1500 Jahre alt und noch immer Magnet für zahlreiche Neugierige

Das Pantheon wird bei den Italienern auch gern La Rotunda, die Rotunde, bezeichnet. Das Pantheon ist ein antikes Bauwerk, was 119 n.Chr. fertiggestellt wurde.

Kaiser Hadrian ließ es mit dem Ziel errichten, die größte Kuppel der Welt zu erschaffen. Dieses Ziel gelang ihm. Gemessen am Innendurchmesser gilt es heute als am besten erhaltenes Bauwerk der römischen Antike. Der Einfluß des Pantheons in Rom auf die Architekturgeschichte des Landes ist prägend: bestehend aus zwei Hauptelementen, einem Pronaos mit rechteckigem Grundriss im Norden sowie einer runden Kuppel im Süden, beeinflusste und inspirierte es über Jahrhunderte hinweg die Architekten Europas.

Standort des Pantheons in Rom

Heute fällt das Pantheon zwischen den Häuserschluchten und zahlreichen dicht bebauten Gassen kaum auf. Aus der Luft ist es noch immer gut sichtbar und prägt maßgeblich die Silhouette Roms. Gebaut auf dem  Marsfeld in der Nähe des Vatikan sollte es in seinem Ursprung allen Göttern Roms zu Ehren errichtet werden. Bis heute konnte nicht geklärt, ob das Pantheon ganz speziellen Göttern zugeordnet wurde.

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Pantheon in Rom und der Einfluss der christlichen Kirche

Seit dem 13. Mai 609 dient das Pantheon als katholische Kirche, geweiht der heiligen Maria (Sancta Maria ad Martyres), in der vor allem an hohen Feiertagen Messen zelebriert werden. Papst Benedikt XIII. erhob das Pantheon am 13.07.1725 in den Stand einer Kirche


Der Begriff Pantheon wird heute auch allgemein auf ein Gebäude angewendet, in dem bedeutende Persönlichkeiten bestattet sind, was von der späteren Nutzung des römischen Pantheons herrührt. Zudem wurde der Ausdruck auch in der Religionswissenschaft verwendet, um die Gesamtheit der Götter einer Religion zu bezeichnen.

Baugeschichte des Pantheons

Bei dem noch heute zu sehenden, als Pantheon bekannten Bau handelt es sich um den Nachfolger eines Tempels, den Agrippa nach seinem Sieg bei Actium von 27 bis 25 v. Chr. zu Ehren seines Freundes und Förderers Augustus am selben Ort hatte errichten lassen. Dieser war bereits als Rundbau angelegt, der etwa dieselben Ausmaße und dieselbe Ausrichtung hatte wie der heute zu sehende Nachfolger. Der Bau brannte während eines Feuers im Jahr 80 n. Chr., das weite Teile Roms heimsuchte, nieder und wurde unter Kaiser Domitian restauriert. Das Aussehen dieses domitianischen Baus ist völlig unbekannt. Lediglich sein Fußbodenniveau ist zwischen dem des ersten und dem des heutigen Gebäudes erhalten.
Im Jahr 110 brannte das Pantheon infolge eines Blitzschlages erneut und bedurfte eines vollständigen Wiederaufbaus. Die Forschung schreibt ihn traditionell dem Kaiser Hadrian zu und datiert die Errichtung des heute zu sehenden Bauwerk auf die Jahre zwischen 118 und 125. Jüngste, noch nicht eingehend diskutierte Forschungsergebnisse lassen aufgrund von Ziegelstempeln eine Bauzeit bereits von 114 bis 119 n. Chr. möglich erscheinen, also einen Baubeginn noch unter Hadrians Vorgänger Trajan. Der Architekt ist unbekannt; die Zuweisung an Apollodor von Damaskus ist umstritten. Wie lange man das Pantheon in Rom danach kultisch genutzt hat, lässt sich nicht genau bestimmen. Spätestens Anfang des 5. Jahrhunderts, unter Kaiser Honorius, muss der Tempelbetrieb endgültig eingestellt worden sein. Der oströmische Kaiser Phokas schenkte das Pantheon in Rom im Jahre 608 dem Papst Bonifatius IV Am 13. Mai 609 wurde das Pantheon als Sancta Maria ad Martyres zur dem Gedenken aller Märtyrer gewidmeten Kirche geweiht – dies ist der Ursprung des seit dem Jahre 835 begangenen Festes Allerheiligen. Später bekam dieser dann den Namen Santa Maria Rotonda. Zu einem unbekannten Zeitpunkt in nachantiker Zeit wurden zwei Säulen auf der Ostseite des Pronaos durch Säulen aus den Nerothermen ersetzt. Als der oströmische Kaiser Konstans II. im Jahr 663 Rom besuchte, ließ er die vergoldeten Bronzeplatten, mit denen die Kuppel gedeckt war, abnehmen und nach Konstantinopel schaffen. Sie mussten später ersetzt werden.

1270 errichtete man einen Glockenturm über dem Pronaos des Pantheons. Im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts wurde der Platz vor dem Pantheon im Auftrag mehrerer Päpste freigeräumt und eingeebnet, so dass die heutige Piazza della Rotonda entstand. Seit dem 16. Jahrhundert wurde das Pantheon zur Grabeskirche bedeutender Persönlichkeiten, später auch des italienischen Königshauses. Im 17. Jahrhundert veranlasste Papst Urban VIII aus der Familie der Barberini die Entfernung der bronzenen Platten, mit denen der Dachstuhl des Pronaos verkleidet war, und ließ sie größtenteils zu Kanonen verarbeiten, zum Teil aber auch für das Ziborium des Petersdoms verwenden. Die Bevölkerung Roms prägte daraufhin das Sprichwort Quod non fecerunt barbari, fecerunt Barberini „Was die Barbaren nicht schafften, das schafften die Barberini“. Anstelle des Glockenturms aus dem 13. Jahrhundert ließ Urban zwei von Bernini entworfene Türme im Osten und Westen des Pronaos errichten. Ende des 19. Jahrhunderts wurden diese wieder abgerissen.
Insgesamt gehört das Pantheon zu den am vollständigsten erhaltenen Bauten der römischen Antike, was vor allem seiner recht frühen Umwandlung in eine Kirche zu verdanken ist.

Deutungen des Pantheons in Rom

Pantheon als Begriff lässt sich bisher in der Antike nur sehr schwer nachweisen. Bis heute konnte auch noch nicht geklärt werden, welchem antiken Gott das Gebäude zu Ehren errichtet wurde. Innerhalb des Pantheons aufgestellte Götterstatuen werden von Cassius Dio zwar grob erwähnt,  namentlich nennt er aber nur Mars und Venus.
Eine Möglichkeit wäre, die Verehrung sämtlicher Gestirn- bzw. Wochengötter zu rekonstruieren, also auch von Sol, Luna, Mercurius, Jupiter und Saturnus. Ebenfalls denkbar ist, dass Agrippa ein Heiligtum für Augustus und dessen Familie, die Iulier, sowie deren göttliche Ahnen und Schutzpatrone geplant hatte. Die von Cassius Dio erwähnte Aufstellung einer Statue des Gaius Iulius Caesar  Augustus’ vergöttlichtem Adoptivvater, im Heiligtum spricht hierfür.

Ein runder, offener Hof, der von einer Mauer eingegrenzt wird und über einen Torbau rechteckigen Grundrisses zu betreten ist, ist als Heiligtum aus der römischen Architekturgeschichte bereits aus der Zeit vor Augustus bekannt. Es scheint sich dabei um einen besonders ehrwürdigen altitalischen Bautypus zu handeln, weshalb Agrippa ihn auch für sein Monument wählte. Durch das Anfügen des tempelartigen Pronaos und die ungewöhnliche Größe verlieh er ihm allerdings eine Monumentalität, die vergleichbare ältere Anlagen nicht besessen hatten. Das gleiche Vorgehen, altitalische Bauformen mit kostbaren Materialien oder monumentalen Ausmaßen zu kombinieren, findet sich auch bei anderen Bauwerken aus der Zeit des Augustus, wie etwa der Ara Pacis oder dem Augustusmausoleum.

Nachdem Hadrian das Pantheon neu errichten ließ, verzichtete er auf die Bezeichnung am Gebäude. In einer Inschrift auf dem Fries des Pronas nannte er Agrippa als Bauherr. Dies entspricht ganz der Politik Hadrians, der so seine tugendhafte Zurückhaltung inszenieren konnte. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass das hadrianische Pantheon nicht grundsätzlich denselben Zweck erfüllte wie sein augusteischer Vorgänger. Allerdings unterscheidet sich die neu gewählte Bauform mit dem überkuppelten Zentralraum von dem ursprünglichen Bau. In der damaligen Tempelarchitektur finden sich allerdings keine Vorbilder dafür.

Grundsätzlich erfüllt das hadrianische Pantheon nicht denselben Zweck, wie sein augusteischer Vorgänger. Die nun gewählte Bauform des überkuppelten Zentralraums findet in der damaligen Tempelarchitektur allerdings keine Vorbilder. Es gibt Deutungen, dass es dieses Mal weniger ein sakraler Bau sein sollte sondern mehr eine Kaiseraula, ein Audienz- und Gerichtsraum, als Teil eines Kaiserforums. Die den Himmel abbildenden Kugelkuppel, das Opaion als Öffnung zu den Gestirnen, dessen Licht im Laufe des Tages über die Kuppel wandert, sowie die Siebenzahl der Wandnischen deuten auch für das hadrianische Pantheon auf eine Nutzung als Tempel der Gestirngottheiten hin. Das Opaion stellt auch in dem neuen Bau die direkte Verbindung zum offenen Himmel her, die ein wichtiges Element in Agrippas Pantheon gewesen war und die durch die Errichtung der Kuppel verloren zu gehen drohte.

Grabmal für viele Berühmtheiten der Renaissance

Während der Renaissance nutzte man das Pantheon (Rom) vorrangig als Grabkirche. Bedeutende Persönlichkeiten wurden hier bestattet, darunter auch der berühmte Maler Raffael (1483 – 1520) Raffael ließ sich in einem antiken römischen Sarkophag bestatten, an dem die von Pietro Bembo verfasste Inschrift angebracht wurde:

ILLE HIC EST RAPHAEL TIMUIT QUO SOSPITE VINCI / RERUM MAGNA PARENS ET MORIENTE MORI „Jener hier ist Raffael. Die Mutter aller Dinge (die Natur) fürchtete, als dieser lebte, (von ihm) besiegt zu werden, als dieser starb, (selbst) zu sterben.“

Nach der Vereinigung Italiens diente der Bau dann als Grablege der ersten beiden italienischen Könige Viktor Emanuel II. und Umberto I.. Auch Margarethe von Italien, Ehefrau Umbertos I., hat ihre Grabstätte im Pantheon.

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