Entstehung und Geschiche vom Staat Vatikan

Entstanden ist der Staat Vatikan am 11.2.1929. Im einer gemeinsamen Übereinkunft des Heiligen Stuhles mit der Regierung von Italien erfolgte am 07.06.1929 die Ratifizierung des Vatikanstaates. Der Vatikan zählt seit dem Tage an als souveräne Körperschaft öffentlichen und internationalen Rechts. Die Katholische Kirche stellt sich in den Dienst des Wohles der Menschheit. Sie übt ihre Mission in der Verkündung der Wahrheit des Evangeliums zum Heil aller Menschen und der Wahrung des Friedens unter den Völkern der Erde aus. Neben der Zentralregierung in Rom sollen dies auch die zahlreichen lokalen Kirchen in den einzelnen Ländern garantieren.

Die Vatikan-Regierung setzt sich aus dem Papst und seinen ausübenden Organen zusammen. Diese Organe fasst man, gemeinsam mit dem Papst als so genannten „Heiligen Stuhl“ zusammen.

Der Vatikan ist der kleinste Staat der Welt. Er wird ausschließlich von Männern regiert und liegt im Herzen der ewigen Stadt, Rom. Die Bürger des Vatikans zahlen keine Steuern. Der Vatikan wurde im Jahre 1929 zu einem eigenständigen Staat erklärt. Auf dem Monte Vaticano gelegen, besitzt er eine eigene Staatsbürgerschaft, eigene Banken, Münzen und sogar eigene Briefmarken.

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Vatikanstaat – eine Balance zwischen dem Heiligen Stuhl und politischer Eigenständigkeit

Der Staat Vatikan hält zwei Strömungen unter einem Dach inne. Eine kirchliche und eine politische. Als Zentrum der katholischen Kirche, blicken jedes Jahr Milliarden Katholiken nach Rom. Geleitet vom geistlichen Oberhaupt, dem Papst, wird von Monte Vaticano das Denken und Lenken der katholischen Kirche maßgeblich entschieden.

Vatikan – als Kirchenstaat der Katholiken

Bereits im 8. Jahrhundert errichteten Päpste einen eigenen Staat, die so genannten Kirchenstaaten. Er erschloss sich beinahe über ganz Mittelitalien. Als machtbewußte Herrscher hielten die Päpste im Mittelalter und in der frühen Neuzeit eine umgreifende politische Macht inne, welche die Weltpolitik gravierend beeinflussen konnte. Sie krönten Kaiser und entsannten Truppen. Als die Krone im 14. Jahrhundert in französische Abhängigkeit geriet, begann das Exil der Päpste in Avignon. Erst 1377 verließen die ersten Bischöfe Frankreich wieder und begrüßten erneut die ewige Stadt. Auf dem römischen Vatikanhügel errichteten sie eine repräsentative Residenz für jeden kommenden Papst. Der Vatikan wurde zum Zentrum der katholischen Kirche und löste den Jahrhunderte alten Sitz der Päpste im Lateranpalast ab.

Vatikan-Geschichte: Aus dem Kirchenstaat wurde Vatikanstaat

Durch einen Krieg im Jahre 1870 wurde das Land des Papstes von italienischen Truppen unter Befehl des Königs Vittorio Emanuele besetzt. Innerhalb weniger Tage verlor der Papst all seine weltliche Macht in Europa. Der einst gegründete Kirchenstaat wurde in Italien zwangseingegliedert und verlor somit seine Eigenständigkeit. Der damalige Papst Pius IX nannte sich selbst „Gefangener des Vatikans“. Auf 44 Hektar Land eingeengt fristete er abhängiges, unpolitisches Dasein inmitten römischen Staatsgebietes. 60 Jahre lang sollte die „römische Frage“ bezüglich der Eigenständigkeit des Vatikans unbeantwortet bleiben. Erst im Jahre 1929 wurden die berühmten Lateranverträge unterzeichnet, die schriftlich festlegten, dass der Staat Vatikan, mit seinen 44 Hektar Land politisch eigenständig ist. Das weltliche Territorium der katholischen Kirche ist seit dem Tage auf die berühmte Vatikanstadt beschränkt. Benito Mussolini, der faschistische Diktator Italiens, gab den Päpsten in einem Vertrag ihre politische Souveränität zurück, welche sie seit dem Zusammenbruch des Kirchenstaates im Jahr 1870 verloren hatten. Im Auftrag des Papstes Pius XI. besiegelte Kardinalstaatssekretär Pietro Gaspari die Lateranverträge, in denen die Kurie auch ihre finanzielle Unabhängigkeit wiedererlangen sollte. 1,75 Milliarden Lire zahlte das faschistische Italien dem Vatikan als Entschädigung für die 1870 beschlagnahmten Kirchengüter.

Zum Vatikan gehören der Petersdom, der Petersplatz, sowie die Paläste und Gärten innerhalb der vatikanischen Mauern. Doch verfügt der Vatikan noch über eine Reihe exterritorialer Besitzungen in Rom, etwa die Sommerresidenz des Papstes Castel Gandolfo und die päpstliche Universität Gregoriana, sowie diverse Kirchen, Basiliken, Wohnungen und weitere Immobilien.

Der Heilige Stuhl – die absolute Monarchie des Papstes

Regiert wird der Vatikanstaat in einer absoluten Monarchie. Allerdings wird der „König“ des Vatikans nicht durch ein Erbe eingesetzt sondern durch eine Wahl, die so genannte Konklave. Der gewählte Priesterkönig trägt den Titel Papst. Als politische Figur vereint er drei Gewalten in einer Person: Gesetzgebung (Legislative), ausführende Gewalt (Exekutive) und richterliche Gewalt (Judikative). Er ist somit der letzte absolute Regent Europas, souveräner Herrscher eines souveränen Staates. Nur durch seinen eigenen Willen oder durch den Tod kann der gewählte Priesterkönig des Vatikans auf seinen Titel verzichten und Platz für einen neuen Papst machen.