Der Vatikan ist der kleinste Staat der Welt. Er wird ausschließlich von Männern regiert und liegt im Herzen der ewigen Stadt, Rom. Die Bürger des Vatikans zahlen keine Steuern. Der Vatikan wurde im Jahre 1929 zu einem eigenständigen Staat erklärt. Auf dem Monte Vaticano gelegen, besitzt er eine eigene Banken, Münzen und sogar eigene Briefmarken. Einwohner des Vatikan erhalten eine gesonderte Staatsbürgerschaft für den Zwergstaat.

Regierung und Leitung des Vatikans

Der Staat Vatikan ist seit 1929 sein eigenständiger politischer Staat. Man muss streng zwischen dem so genannten „Heiligen Stuhl“ und dem Staat der Vatikanstadt unterscheiden. Der Vatikan besitzt ein eigenes Staatsterritorium, mit eigenen Staatsbürgern und eigener Staatsgewalt.

Aus politischer Sicht tritt der Vatikanstaat nicht als Vatikan in Erscheinung. Die zahlreichen Diplomaten des Vatikans werden vom Heiligen Stuhl akkreditiert. Der Heilige Stuhl besitzt aus Sicht des internationalen Völkerrechts ebenfalls eine gewisse nicht-staatliche Souveränität. Geführt durch den Papst, vertreten dessen Diplomaten im Ausland die geistliche Leitung der katholischen Kirche im Namen des Heiligen Stuhles aber nicht im Namen des Vatikans.

Politische Regierung vom Staat der Vatikanstadt

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass der Papst als Regierungschef des Vatikans agiert. Der Papst ernennt lediglich den so genannten „Chef der Verwaltung des Staates der Vatikanstadt“. Sein Aufgabenbereich tangiert den Heiligen Stuhl und die Leitung der katholischen Kirche so gut wie überhaupt nicht. Seine Hauptaufgaben liegen in der Haushalts- und Finanzpolitik des Staates Vatikan.

Finanzpolitik des Vatikan

Der ernannten Regierungschef kann jährlich einen wirtschaftlichen Zuwachs in zweistelliger Millionenhöhe verzeichnen. Haupteinnahmequellen sind unter anderem der Verkauf von Vatikanmünzen, kostbaren Sammlerbriefmarken und Eintrittsgelder aus vatikanischen Museen. Der Vatikanstaat verfügt über zahlreiche Immobilien und Kunstschätze.

Trotz der zahlreichen Besitztümer handelt die Finanzwirtschaft des Vatikans defizitär. Die Schulden des Heiligen Stuhles beliefen sich im vergangenen Jahr auf Minus 13 Millionen Euro. Dennoch blicken die Verantwortlichen vertrauensvoll in die Zukunft, da man die Schulden in den vergangenen Jahren kontinuierlich senken konnte.

Den Großteil der Ausgaben verschlingen die vatikanischen Medieneinrichtungen, wie Radio Vatikan, die Zeitung „L´Osservatore Romano”, das Fernsehzentrum CTV und der Vatikanverlag. Ein weiterer großer Ausgabenblock liegt in den Gehältern des Heiligen Stuhles. Knapp 2.700 Angestellte wollen monatlich Ihre Gehälter haben. Diözösen aus dem Ausland, wie New York, müssen teilweise mit einem größeren Haushalt wirtschaften als der gesamte Vatikanstaat. Sie sind ebenfalls auf die Unterstützung des Vatikans angewiesen, der weder seine Einwohner noch die Katholiken besteuert. Aber der Vatikan ruft zu freiwilligen Spenden auf, er erhebt den Peterspfennig.

Regierung der katholischen Kirche - Die Römische Kurie

Neben dem Papst wird der Heilige Stuhl von der römischen Kurie regiert. Sie bildet die Zentralverwaltung der katholischen Kirche.  Die Kurie ist die Zentralbehörde, die den Papst bei der Leitung der Kirche unterstützt. Die römische Kurie wurde 1588 durch Papst Sixtus V. geschaffen. Weitere Reformen aus den Jahren 1967 (Papst Paul VI.) und 1988 (Papst Johannes Paul  II.) schufen die Kurie, wie wir sie heute kennen.
Die römische Kurie wird in 5 Sektionen untergliedert:

  • Pästliches Sekretariat
  • Neun Kongregationen
  • Drei Gerichtshöfe
  • Elf päpstliche Räte
  • Drei Büros für wirtschaftliche Angelegenheiten

Das Staatssekretariat vollzieht die Weisungen des Papstes. Man kann es in eine ähnliche Position wie das deutsche Kanzleramt setzen, welches weitreichende Vollmachten besitzt.

Der so genannte Kardinalsekretär steht dem Päpstlichen Sekretariat vor. Er ist somit der Kanzler des Organs und zweiter Mann hinter dem Papst. Er ist der Chef der vatikanischen Diplomatie. Kongregationen sind einzelne Sachbereiche der römischen Kurie. Sie sind die Ministerien des Heiligen Stuhles. Ihre Aufgaben liegen in der Ernennung von Bischöfen und überwachen die Lehre der katholischen Kirche. Unter anderem gibt es eine Kongregation für die Glaubenslehre, - für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, - für das Katholische Bildungswesen und eine Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse. Zusätzlich existieren neben den genannten Organen eigene Gerichtsbarkeiten und die Verwaltung des souveränen Staates.