Warum entschied sich Joseph Ratzinger für den Namen Benedikt? Bereits 15 Päpste vor ihm sahen in Benedikt von Nursia ihr großes Vorbild. Der Gedenktag des heiligen Benedikt von Nursia wird am 11. Juli gefeiert. Benedikt von Nursia war ein Ordensgründer. Er lebte als Abt auf dem Montecassino und gilt als „Vater des abendländischen Mönchtums".

Jugendjahre des Benedikt von Nursia

Den Überlieferungen zu Folge ist Benedikt von Nursia um 480 in Nursia geboren. Heute ist dieses Gebiet eher unter der Bezeichnung Norcia bekannt. Es befindet sich in Umbrien in Italien. Als Sohn einer wohlhabenden Familie wuchs er behütet in Italien auf. Seine Eltern entsandten ihn für seine Ausbildung nach Rom. Benedikt von Nursia war entsetzt vom frevelhaften Leben in der Großstadt. An jeder Ecke lauerten Sittenlosigkeit und Verbrechen. Diese Erfahrungen waren der Grund, warum Benedikt Rom relativ zeitig wieder verließ. Zunächst entschied er sich für ein Leben in Askese. Nach einigen Jahren aber zog er in eine unbewohnte Gegend nahe Subiaco, 70 Kilometer östlich von Rom, wo er als Einsiedler sein Leben fristen wollte. Drei Jahre lang lebte der heilige Benedikt von Nursia in einer Höhle. Der Legende nach widerstand er jeder Versuchung. Benedikt ernährte sich ausschließlich von Brot, das ihm die Mönche eines benachbarten Klosters brachten.

Wie Benedikt von Nursia seine Anhängerschaft vermehrte

Schnell überflog das Land die Geschichte vom Einsiedler in den Höhlen von Subiaco. Mehr und mehr Besucher pilgerten in die Gegend, um Benedikt mit eigenen Augen zu betrachten, um mit ihm zu reden und seinen Wandel zu verstehen. Daraufhin wählten ihn die Brüder des Klosters Vicovaro zum Abt. Sie kamen allerdings nicht mit den strengen Regeln zurecht, sodass einige Mönche auf drakonische Weise ihren Willen durchsetzten, um Benedikt von Nursia los zu werden. Sie sollen versucht haben Benedikt zu vergiften. Er kehrte nach Subiaco zurück und gründete ein Dutzend kleinere Klöster. Auch hier kam es immer wieder zu Konflikten und Benedikt kehrte mit einer Schar seiner Getreuen der Gemeinschaft den Rücken. Auf dem Monte Cassino, bis zu diesem Zeitpunkt eine heidnische Kultstätte, gründete Benedikt von Nursia das berühmte Kloster Montecassino.

Das Kloster Montecassino und die Regeln Benedikts von Nursia

In Montecassino konnte der Heilige Benedikt schließlich seine Vorstellungen von einem ehrenhaften Klosterleben verwirklichen. Keiner der Mönche durfte persönlichen Besitz anhäufen. Alle sollten vorbildlich und gottesfürchtig leben. Ein ausgewogenes Verhältnis von Beten und körperlicher Arbeit bestimmte den Alltag. Ein wesentlicher Bestandteil war auch das Leben in der Gemeinschaft, beispielsweise das gemeinsame Einnehmen der Mahlzeiten. Mit diesen Klosterregeln, der "Regula Benedicti" beeinflusst Benedikt das gesamte abendländische Klosterleben bis heute.

Der Gründer des Benediktiner-Ordens war bei der einheimischen Bevölkerung sehr beliebt: Er wirtschaftete klug und konnte so den Menschen in Notzeiten mit Lebensmitteln helfen. Benedikt von Nursia galt weiterhin als Friedensstifter, als ein Heiliger, der die Menschen sogar heilen konnte. Wenn er sich gegen Gewalt und Krieg aussprach, legte sich Benedikt von Nursia mitunter furchtlos mit der Obrigkeit an, beispielsweise mit Gotenkönig Totila.
Gestorben ist der Heilige Benedikt am 21. März 547 im Kloster Montecassino. Benedikt von Nursia wurde 67 Jahre alt.

Zeichen und Symbole Benedikts von Nursia

In der Kunst wird Benedikt von Nursia sehr oft mit einem zersprungenem Becher oder Kelch dargestellt, aus dem eine kleine Schlange entweicht. Man findet auf zahlreichen Gemälden Tiere, wie Pelikan oder den Raben sowie ein Regelbuch, Dornen oder Kugeln. Benedikt von Nursia gilt als Schutzpatron des Abendlandes und von Europa. Unter seiner Obhut stehen Schulkinder und Lehrer; Bergleute, Höhlenforscher sowie von der Pest oder dem Fieber geplagte Sterbende.