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Johannes Paul I - Papst für ein Jahr

Albina Luciani inCanale d´Agoro hätte es sich in seinem Leben wohl nie erträumen lasse, dass er irgendwann einmal Papst der katholischen Kirche sein wird. Diese Freude wurde ihm allerdings nicht lange zu Teil. Noch innerhalb seines ersten offiziellen Amtsjahres verstirbt der frisch gewählte Pontifex überraschend. Spekulationen um seinen Tod halten noch heute an.

Lesen Sie hier in einigen ausführlichen Abschnitten mehr über das Leben und Wirken von Papst Johannes Paul I., der bereits vor seiner Wahl als Kardinal von Venedig ein positives Ansehen in Italien genoss.

Kurzbiografie Papst Johannes Paul I.

  • 17.10.1912 geboren als Albina Luciani inCanale d´Agoro
  • 1923 - 1929 Besuch von Knabenseminaren im Internat in Feltre
  • 1928 - 1935 Priesterseminare in Belluno
  • 07.07.1935 Priesterweihe
  • 1935 - 1937 Kaplan von Canale d´Agoro
  • 1937 - 1947 Vizerektor des Gregoriano
  • 1947 Promotion zum Doktor der Theologie
  • 27.12.1958 Bischof von Vittorio Veneto
  • 15.12.1969 Ernennung zum Kardinal von Venedig
  • 26.08.1978 Wahl zum Papst Johannes Paul I.
  • 03.09.1978 verstorben im Vatikan (Rom)

Leben und Wirken von Papst Johannes Paul I.

Geboren wurde Papst Johannes Paul I. am 17.10.1912 im norditalienischen Forno di Canale, dem heutigen Canale d'Agordo, bei Belluno. Er verlebte Albina Luciani, wie er mit bürgerlichen Namen hieß, eine behütete Kindheit und besuchte im Alter von 11 Jahren das Internat in Feltre. Hier besuchte er seit 1923 Knabenseminare, die ihn auf sein Leben als Priester vorbereiteten. Johannes Paul I. ist hochbegabt und übertrifft in seinen schulischen Leistungen die Mitschüler seiner Generation.
Im jungen Alter von 27 Jahren wird Johannes Paul I. Professor für Theologie. Er zählt vermutlich zu den jüngsten Professoren der katholischen Geschichte. In den Geschichtsbüchern findet sich niemand, der jünger ist. Selbst Papst Benedikt XVI. war bereits 32 als er seine Professur für Theologie in Bonn antrat.

Priesterweihe von Johannes Paul I. am 07.07.1935

Gedenk- und Sammlermünzen von Päpsten
1928 bis 1935 absolvierte Johannes Paul I. ein Priesterseminar auf dem „Gregoriano“ in Belluno. Mit Abschluss des Seminars erhielt er am 07. Juli 1935 seine Priesterweihe. Anschließend arbeitete Johannes Paul I. für zwei Jahre als Kaplan in seinem Heimatort ehe er 1937 zum Vizerektor des „Gregoriano“ ernannt wurde, die er bis 1947 inne hielt.

Promotion und Doktortitel für Johannes Paul I.

Bereits als Vizedirektor entschied sich Papst Johannes Paul I. für die Promotion in der Theologie. Er verfasste über Antonio Rossmini seine Doktorarbeit und schloss 1947 mit „Magna Cum Laude“ ab. In der Folgezeit versah er weitere diözesane Ämter und wurde schließlich Generalvikar in Belluno.
Als langjähriger Direktor des katechetischen Büros von Belluno veröffentlichte Papst Johannes Paul I. mehrer Bücher, wie die Catechesi in bricciole, gefolgt von weiteren Werken, insbesondere Illustrissimi, seine berühmten fiktiven Briefe an etliche Persönlichkeiten.

Vom Priester zum Bischof zum Kardinal zum Papst – der Aufstieg von Johannes Paul I.

Am 27.12.1958 ernennt ihn Papst Johannes XXIII. zum Bischof von Vittorio Veneto. Dabei sollte es nicht bleiben. 11 Jahre später ernennt ihn Papst Paul VI. zum Patriarch von Venedig (15. Dezember 1969) und am 5. März 1973 zum Kardinal.

Fünf Jahre später sollte es dann endlich soweit sein. Das eintägige Konklave wählt ihn am 26.08.1978  zum neuen Papst über die Katholische Kirche. Zu seiner seiner Amtseinführung am 3. September 1978 auf die Krönung mit der Tiara und ließ sich nur das Pallium umlegen. Das akzeptierten seine Nachfolger als normative Reform. Eine Neuerung war die Wahl seines päpstlichen Doppelnamens, der die Leistung beider Vorgänger würdigen sollte. Lediglich die Heilige Messe sollte ausreichen, um ihn in sein Amt einzuführen. Es sollte ein Zeichen für seine Bescheidenheit sein und die Richtung deutlich machen, die seine Regentschaft als Papst über die Kirche einschlagen wird.

Sein Pontifikat war allerdings nur von kurzer Dauer. Bereits 33 Tage nach seiner Amtswahl verstarb Papst Johannes Paul I. am 28.09.1978. Er wurde in der Krypta des Petersdoms bestattet. Eine Obduktion seines Leichnams wurde sowohl von seiner Familie als auch vom Vatikan verweigert. Sein Tod ließ rasch zahlreiche Verschwörungstheorien aufkommen.