Papst Johannes Paul II. ist einer der berühmtesten Päpste der Neuzeit. Keiner konnte die Massen so bewegen, wie er. Johannes Paul II. lenkte über 25 Jahre die Geschicke der katholischen Kirche. Sein ungebremstes Engagement für Frieden und soziale Gerechtigkeit, seine stringenten Standpunkte zu vielen Themen in der Gesellschaft und sein sympathischer Charakter haben ihn über viele Jahrzehnte hinweg beliebt und berühmt gemacht.

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Kurzbiografie - Vita von Papst Johannes Paul II.

  • 08.05.1920: Karol Jozef Wojtyla wird in Wadowice bei Krakau geboren
  • 1938: Johannes Paul II. besteht sein Abitur im Marcin Wadowita Gymnasium in Wadowice
  • 1942: Studium der Literatur und Philosophie in Krakau (zunächst illegal)
  • 01.11.1946: Johannes Paul II. erhält die Priesterweihe
  • 1946: weiterführendes Studium der Theologie an der Päpstlichen Universität Angelicum in Rom
  • 1948 - 1951: Promotion zum Dr. der Philosophie mit seiner Arbeit "Der Glaube bei Johannes vom Kreuz"
  • 1953 - 1958: Habilitation an der Katholischen Universität Lublin "Über die Möglichkeit, eine christliche Ethik in Anlehnung an Max Scheler zu schaffen"
  • 1953 - 1958: Johannes Paul II. wird Professur für Moraltheologie und Sozialethik an der Theologischen Fakultät der Uni in Lublin
  • 28.09.1958: Papst Johannes Paul II. wird in Krakau zum Bischof geweiht
  • 1964 . 1967: Johannes Paul II. ist Erzbischof von Krakau
  • 1967: Johannes Paul II. erhält Kardinalswürde
  • 16.10.1978: Karol Jozef Wojtyla wird im Konklave zum Papst gewählt
  • 1980: Johannes Paul II. begeht erste Deutschlandsreise
  • 1981: überlebte schwer verletzt ein Attentat in Rom
  • 1986: Johannes Paul II. betritt eine Synagoge in Rom - zum ersten Mal in der katholischen Geschichte betritt ein Papst ein jüdisches Gotteshaus
  • 06.05.2001: Johannes Paul II. betritt Omajaden-Moschee in Damaskus - zum ersten Mal in der Geschichte betritt ein Papst ein islamisches Gotteshaus
  • 24.03.2002: Auszeichnungen mit dem Karlspreis für sein Engagement für Frieden und den europäischen Einigungsprozess
  • 02.04.2005: Papst Johannes Paul II. stirbt im Apostolischen Palast des Vatikan
  • 08.04.2005: Beisetzung des Papstes unter der Krypta des Petersdomes in Rom

Johannes Paul II - Ausführliche Biografie

Am 18. Mai 1920 wurde Karol Jozef Wojtyla in Wadowice geboren. Diese Kleinstadt befindet sich 50 km von Krakau entfernt. Papst Johannes Paul II. war der Jüngste von drei Kindern. Im Alter von 9 Jahren verstarb bereits seine Mutter, vier Jahre später der erste seiner Brüder und 1941 sein Vater. Somit war Johannes Paul II. bereits mit 21 Jahren Vollwaise. Seine Schwester Olga verstarb noch vor seiner Geburt.

Seine gesamte Kindheit über wurde Johannes Paul christlich erzogen. 1929 empfing er zum ersten Mal die Eucharistie und 1938 nahm er an seiner Firmung teil. Zeitzeugen stufen den jungen Johannes Paul II. als sehr strebsam ein. In seiner Zeit am Gymnasium spielte er bei verschiedenen Theaterstücken mit. Hier liegt wohl auch die Ursache für seine lebenslange Leidenschaft für das Theater zu Grunde.

Hochschulzeit von Papst Johannes Paul II

Im Jahre 1938 studierte der 18 jährige Papst Johannes Paul II. Philosophie und Literatur an der Jagiellonen Universität in Krakau. Während des Zweiten Weltkrieges musste Johannes Paul seine Studien im Untergrund weiterführen. 1942 trat er ins Untergrundpriesterseminar der Erzdiözese Krakau ein.  1942 bis 1944 setzte man ihn als Zwangsarbeiter in einem Chemiewerk und in einem Steinbruch ein. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stand für Johannes Paul II. fest, dass der Weg der Kirche seine Zukunft bestimmen wird.

Papst Johannes Paul II. – erste berufliche Berührungen mit der Kirche

Gedenk- und Sammlermünzen von Päpsten
Im November 1946 wurde Johannes Paul II. durch Kardinal Adam Stefan Sapieha im Geheimen zum Priester geweiht. Er reiste nach Rom und machte dort seinen Doktortitel. Johannes Paul II. promovierte zum Thema: „Theologie und Mystik des Heiligen Johannes vom Kreuz“, sodass er sich 1948 Doktor der Philosophie nennen durfte. Anschließend kam er als Kaplan nach Niegowice und später an die Studentenkirche in Krakau. 1949 promovierte er auch in Theologie wodurch er als Professor für Moraltheologie an der Uni in Krakau tätig werden durfte. 1954 wechselte er nach Lublin. Der Denker Max Scheler prägte seinen theologischen Weg. Über ihn handelte auch seine Habilitation. 

Johannes Paul II – vom Erzbischof zum Kardinal

Am 28.09.1958 ernannte Papst Pius XII. ihn zum Weihbischof in Krakau. Am 13.01.1964 wurde er Nachfolger von Kardinal Saphiehas und somit Erzbischof von Krakau. Als Konzil wirkte er als Befürworter der Religionsfreiheit. In dieser Zeit herrschte im Polen Kommunismus. Das Regime erachtete ihn als „ungefährlich“ und billigte daher die Ernennung. Schnell baute er sich in dieser Position eine gute Freundschaft zu Papst Paul VI. auf. Er wurde in den Kardinalsstand behoben und zu einem engen Vertrauten des damaligen Pontifex von Rom.

Papst Johannes Paul II. - Non abbiate paura!

Nach dem plötzlichen Tode Papst Johannes Pauls I. wurde Karol Wojtyla am 16. Oktober 1978 im Konklave von 111 Wählern im 8. Wahlgang um ersten nicht-italienischen Papst seit Hadrian VI. gewählt. Er nannte sich selbst Johannes Paul II. und übernahm offiziell am 22.10.1978 die Amtsgeschäfte.

Der Papst rief der Welt zu:

Non abbiate paura! ("Habt keine Angst!")

Getreu diesem Leitmotiv absolvierte er während seines Pontifikates 104 Auslandreisen, von denen die spektakulärsten seine ersten Besuche in seinem Heimatland Polen waren. Er stellte sich mit ihnen an die Spitze der Bewegung, die Reformen im kommunistischen Land forderten. Am anschließenden Zusammenbruch des Regimes hatte er somit maßgeblichen Anteil.

Umgeben von Freunden und Feinden – das Papst Attentat 1981

Papst Johannes Paul II. war stets umgeben von Anhängern und Feinden. Am 13.05.1981 bekam er dies zu spüren, als Ali Agca ein Attentat auf ihn verübte. Er wurde schwer verletzt aber überlebte die Schießerei auf seine Person. Zahlreiche Gläubige deuteten dies als ein Zeichen Gottes. Er reiste später sogar in das Gefängnis seines Attentäters um ihm zu vergeben.

Weltjugendtag – eine Frucht von Papst Johannes Paul II.

Eine seiner großen Errungenschaften sind die Weltjugendtage. Er rief diesen Tag zum ersten Mal 1980 ins Leben. In den folgenden Jahren wuchs der Anklang mehr und mehr. 1995 pilgerten letztlich 4 Millionen Gläubige nach Manila, um der Messe des Papstes beiwohnen zu können. Dieses Ereignis gilt als die größte Versammlung in der Geschichte der Menschheit. Es folgte die Einführung von Weltfamilientagen. Auch hier nahmen wieder mehrere Millionen Menschen teil. Der letzte internationale Weltjugendtag, an dem er teilnahm, war 2002 in Toronto.

Der Tod von Papst Johannes Paul II.

Johannes Paul II. nahm in seiner Amtszeit 1338 Selig- und 482 Heiligsprechungen vor, mehr als alle seine Vorgänger zusammen. Ab den neunziger Jahren war der Papst öfter durch Krankheiten geschwächt. Dennoch wollte er sein Amt bis zur letzten Sekunde ausüben. Nach längerer Krankheit und Schwäche starb Johannes Paul II. am 2. April 2005 in seinen Privatgemächern. Zu seiner Totenmesse pilgerten 3,5 Millionen Menschen, darunter 200 Staatsgäste, nach Rom.

Seligsprechung des Papstes

Bereits während dieser Totenmesse kamen Forderungen auf, dass der verstorbene Papst Johannes Paul II. seligzusprechen sei. Sein direkter Nachfolger Benedikt XVI. zögerte nicht lange und leitete den Seligsprechungsprozess am 28. Juni 2005 ein. Am 19. Dezember 2009 erkannte er den heroischen Tugendgrad Johannes Pauls II. an.