Johannes vom Kreuz – Heiliger und Ordensgründer

Warum nennt sich ein Papst Johannes? Zurückzuführen ist es auf den Heiligen Johannes vom Kreuz. Johannes vom Kreuz, hieß mit bürgerlichem Name Juan de Yepes. Er war der dritte Sohn armer Weber und wurde um 1550 in Spanien geboren. Zur Schule ging er in das Colegio de los Doctrinos bis 1559. Danach genoss er im Kolleg der Jesuiten eine der Familie angemessene Ausbildung. Schnell erkannte Johannes vom Kreuz, dass ihm der Beruf des Vaters wenig glücklich machte. Er engagierte sich zunehmen als Pfleger und Almosensammler für das Hospital „De la Bubas“, welches an Syphillis Erkrankte beherbergte. 1563 trat er in den Orden der Karmeliten ein. Ab dem Tage nannte sich Johannes vom Kreuz Juan de San Matía.

Studium der Theologie –wie Johannes vom Kreuz zu seinem Namen kam

1564 begann Johannes vom Kreuz sein Studium der Theologie und Philosophie an der Universität Salamanca. Während seiner Studien lernte er die berühmte Teresa von Avila kennen.
Teresa überzeugte ihn so vehement von ihren Thesen, dass er sich am 28.11.1568 einen neuen Namen gab: Juan de la Cruz – Johannes vom Kreuz. Er lebte mit ihr und anderen Brüdern im Kloster San Jose zu Avila. Johannes vom Kreuz verwirklichte seine Ideen und sammelte Anhänger. Der Orden breitete sich rasch aus. Johannes vom Kreuz wird zunächst Novizenmeister und Rektor des Studienkollegs Alcala de Heneres. Ab Frühjahr 1572 ist er sogar Beichtvater von Karmel.

Konflikte, Gefangenschaft, Offenbarung – Johannes vom Kreuz begegnet Gott

Immer wieder kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen dem Vatikan, dem Hof von Philipp II. und dem Orden der Unbeschuhten Karmeliten. Johannes vom Kreuz geriet selbst zwischen die Fronten und wurde am 3. Dezember 1577 entführt und im Ordensgefängnis des Klosters in Toledo eingekerkert. In den Tagen der Gefangenschaft und Misshandlung fand er seinen persönlichen Weg zu Gott. Er verfasste die visionär-mystische Dichtung, die später in die Weltgeschichte eingehen sollte.

Im Gefängnis entstanden unter anderem sein Cántico espiritual, in dem die Menschenseele ihre Sehnsucht nach dem entschwundenen Geliebten besingt, während sein bekanntestes Gedicht Die dunkle Nacht danach entstand. Seine Gedichte in der Form einer Lira gehören zum Besten, was je in kastilischer (spanischer) Sprache gedichtet wurde.

Flucht aus der Gefangenschaft

Am 15.08.1578 gelang Johannes vom Kreuz die Flucht. Er fand Zuflucht im abgelegenen Kloster Calvario, von wo aus er die Karmelitinnen in Beas de Segura geistlich betreute. Er ließ sich nicht unterkriegen und gründete bereits am 13.06.1579 in Beaza das erste Studienkolleg für andalusische Studenten der Unbeschuhten. 1582 wurde er Prior des Klosters in Granada, 1585 Provinzdefinitor und dann Provinzvikar von Andalusien, als welcher er im Schnitt täglich 15 km zurücklegte.

Der Tod von Johannes vom Kreuz

1591 gab es tiefgreifende Veränderungen im Orden. Der junge Orden wollte eine neue Richtung gehen, die Johannes vom Kreuz nicht akzeptieren wollte. Beim Generalkapitel 1591 fand er kein Gehör, sodass er sich aus dem Orden zurückzog. Am 14.12.1591 starb er in Ubeda. Bald darauf verehrten ihn mehr und mehr Menschen. Er galt als Sänger der Liebe und als hervorragender Dichter.