Wer war der Heilige Franziskus?

Warum hat sich Papst Franziskus I. gerade für diesen Namen entschieden? Aber wer war dieser Heilige überhaupt? Wir nennen Ihnen einige wichtige Fakten zum heiligen Franziskus.

Jorge Mario Bergoglio erinnert mit Franziskus an den 1181 geborenen Franz von Assisi. Er kam als Sohn reicher Kaufleute auf die Welt und erhielt bei seiner Taufe den Namen Giovanni, den man im Deutschen mit Johannes übersetzt.

Franz von Assisi besuchte die Kathedralschule von Assisi. Hier eignete er sich die Sprachen Französisch und Lateinisch an. Nachdem er die Schule beendete, musste er schnell erkennen, dass seine eigentlichen Kindheitsträume einmal Ritter zu werden und den Handel seines Vaters weiter zu betreiben, unerreicht bleiben sollen. Er zog, gemeinsam mit Freunden, in den Krieg gegen die Nachbarstadt Perugia. Sieglos geriet er in Gefangenschaft und wurde krank.

Er kehrte gebrochen in seine Heimatstadt zurück. Ohne Antrieb waren alle bisherigen Lebensträume in der Zeit seiner Gefangenschaft wertlos geworden. Während er teure Stoffe an Arme und Bedürftige verschenkte, sank der Profit und das elterliche Geschäft verschlechterte sich zunehmend.

Franz von Assisi – die Kirche und sein neues Leben 

Es kam zum Bruch mit dem eigenen Vater, so dass Franz 1206 vor der Anwesenheit des Bischofs und zahlreicher Bürger sich all seiner Kleider entledigte und diese an seinen Vater zurückgab.
Von dem Tage an widmete sich Franz einem neuen Lebensziel. Er trug nur noch ein einfaches Büßergewandt aus brauner Wolle und lebte in einsamen Höhlen sowie abgelegenen, zerfallenen Kapellen.
Der Überlieferung zu Folge, hörte er eines Tages die Stimme Jesu. Er sprach zu ihm in betender Haltung. „"Franziskus, geh hin und stelle mein Haus wieder her!" war der Inhalt der Botschaft, den Franz von Assisi von Jesu erhielt. Zunächst begann er damit verfallene Kapellen zu renovieren. 1209 entdeckte er die eigentliche Absicht dieser Aussage. Er hörte von Geschichten, wo eine kleine Kapelle von Portiunkula im Auftrag des Evangeliums ihre Jünger aussendete, um Gefährten zu gewinnen. Inspiriert von dieser Tat ging er ebenfalls auf das Volk zu, um zu predigen. Rasch gewann er erste Anhänger.

Die neue Gemeinschaft um Franz von Assisi

Im Jahr 1212 schließt sich Klara, eine Tochter aus adeligem Hause, als erste Frau der Gruppe um Franziskus an. Zusammen mit anderen Frauen führt sie in einem kleinen Kloster außerhalb Assisis ein zurückgezogenes Leben in Armut und Gebet. Aus dieser Gemeinschaft entwickelt sich später der Orden der Klarissen.
Die Gemeinschaft wuchs schnell an. Im Jahre 1217 traf man sich deswegen zu Pfingsten in Assisi , um weitere Länder zu erschließen. In Frankreich, Spanien und dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation folgten weitere Niederlassungen. In dieser Zeit ging Franziskus selber 1219 zu den Sarazenen, um sich für eine friedliche Lösung des Konfliktes zwischen den verfeindeten Religionen einzusetzen. In mitten der Zeit der Kreuzzüge scheiterte er an dieser Aufgabe.
Am 29. November 1223 bestätigte der damalige Papst Honorius III., dass Franziskus von Aissisi seine Lebensregel der Minderbrüder. Diese verfasste er gemeinsam mit einigen Vertrauten in Abgeschiedenheit.

Tod und Heiligsprechung von Franz von Assisi

Er führte bis zum Ende seiner Tage ein Leben in Armut. Als „Poverello“, der Arme von Assisi, ging er in die Geschichte ein. Er wollte es damit seinem Vorbild nacheifern, der ebenfalls ein Leben voller Leid und Tragik verbrachte und der am Ende ans Kreuz genagelt zu einem Heiligen wurde.  Franz von Assisi wurde von seinen Anhängern als "zweiter Christus" betrachtet. Er glich in seiner Natur und seinem Schicksel dem leidenden Herren so sehr, dass er zwei Jahre vor seinem Tod als erster Mensch der Geschichte die Wundmale Jesu Christi empfängt.
Gezeichnet von Schmerz dichtet er kurz vor seinem Tode den berühmten „Sonnengesang“. Es war eine Einladung an die Schöpfung zum Lobpreis Gottes.
Am 03. Oktober 1226 starb Franziskus. Bereits zwei Jahre nach seinem Tod empfing er die Heiligsprechung. Daraufhin verlegte man seinen Leichnam in die prächtige Doppelbasilika "San Francesco", die man ihm zu Ehren am westlichen Stadtrand von Assisi errichtet.
Franz von Assisi gilt seit jeher als Schutzpatron Italiens und „Heiliger des Friedens“. Zu diesem Titel verhalf ihm das große Friedensgebet in Assisi im Jahre 1986, wo Vertreter aller Weltreligionen gemeinsam für den Frieden beteten.